Nach den 5 in 5 in 5: mein Urteil

5in5in5:MeinUrteil

5 Destinationen in 5 Tagen in einem Radius von nur 5 Kilometern von meiner Haustür. Dieser Herausforderung hatte ich mich gestellt.
Wie ist es gelaufen? Das werdet ihr im Folgenden lesen können!
Bevor ich aber einen Schlussstrich unter mein Vorhaben ziehe (welcher auch darin liegen wird, dass ich gerade keinen ziehe) und mein abschließendes Urteil kund tue, möchte ich euch erst einmal eine kurze Übersicht geben, was ich denn nun die letzten Tage so angestellt habe.
***
Anfangs ist es mir nicht leicht gefallen, mir neue Orte oder Unternehmungen einfallen zu lassen. Das „Touristenauge“ war für mich zu Hause leider nicht leicht zu finden: nein, nicht das nächstbeste Museum; nein, nicht die Standard-Fahrradtour. Ich musste mich anstrengen, meine Gedanken auf verquere Bahnen zu lenken. Und dann sind mir plötzlich gleich mehrere mögliche Unternehmungen eingefallen!
Ja, wenn man die Gedanken einmal laufen lässt…

Meine Kriterien

Die Kriterien nach denen ich letztlich meine Entscheidung getroffen habe, was ich an jedem Tag tun werde?

  1.   Ich wollte etwas Ungewöhnliches. Etwas, an das man nicht als allererstes denkt. Ich hätte das Sackmuseum oder das Westfalen-Culinarium in Nieheim besuchen können. Oder das Wasserschloss in Vinsebeck. Stattdesssen war ich an grasüberwuchterten Bahngleisen.
  2. Da es nun einmal Sommer ist, was vom Wetter in den letzten Tagen dankenswerterweise auch (meistens) wiederspiegelt wurde, wollte ich möglichst etwas draußen unternehmen. Wer weiß schon, wie lange wir die warmen Sonnenstrahlen noch genießen können? Museen sind im Winter auch noch da.

Meine 5 in 5 in 5

(Auf ausführlichere Berichte zu den verschiedenen Ausflügen dürft ihr euch in den nächsten Tagen freuen!)

Tag 1: Krautbundsuche zwischen Feldern und Wiesen

5in5in5Tag 1_Krautbundsuche

Da der erste Tag meiner Herausforderung auf das Maria Himmelfahrt Wochenende fiel und meine Mutter jemanden suchte, der sie beim Zusammenstellen eines Krautbunds begleitet, habe ich diese Gelegenheit gleich aufgegriffen. So streiften wir durch umliegende Felder und Wiesen, sammelten Kräuter und begutachteten Kühe (naja, sie waren halt da…). Der Weg den wir gegangen sind war mir an sich nicht vollkommen neu. Da wir aber nun auf zielgerichteter Mission unterwegs waren und sich einige Bestandteile eines Krautbunds am Besten an unberührten Feldrändern finden lassen, haben wir uns nach dem Marsch aus dem Dorf heraus einen Weg querfeldein entlang von weiten Wiesen und strahlenden Kornfeldern gebahnt, den ich noch nie gegangen bin.

Dauer: ca. 1, 5 Stunden
Distanz: ca. 3 km, zu Fuß

Tag 2: Entlang der verlassenen Bahngleise in Himmighausen Bahnhof

5in5in5:HimmighausenBahnhof_Tag3

Die Idee, die verlassenen Bahngleise am ehemaligen Himmighäuser Bahnhof zu besuchen, war mir überraschenderweise schon relativ früh gekommen. Es gibt dort nichts Besonderes zu sehen – kein schönes altes Bahnhofsgebäude, das an eine vergangene Betriebsamkeit erinnert zum Beispiel. Im Gegenteil, was man dort findet sind zunehmend von Gras und Unkraut überwucherte Gleise und ein langsam verfallender Bahnsteig. Aber genau um diesen Kontrast zwischen damals und heute festzuhalten, habe ich mich dorthin auf den Weg gemacht.

Dauer: 30 Minuten
Distanz: ca. 4 km, Auto

Tag 3: Suche nach vulkanischem Urgestein in Sandebeck

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Jedes Mal wenn ich am Sandebecker Bahnhof stehe, lese ich auf einer Infotafel, dass das kleine Dorf zu Hause des nördlichsten Vulkans Deutschlands ist. Nun ja, mein geologisches Interesse tendiert nicht gegen Null, es liegt eher schon im Minusbereich. Trotzdem habe ich mich am dritten Tag meiner Herausforderung auf den Weg gemacht, dieses geologische Wunderwerk zu begutachten. Ich wollte wohl der heimischen Geologie eine letzte Chance geben – wenn nicht jetzt, wann dann?

Dauer: ca. 1 Stunde
Distanz: ca. 6 km, Auto + ca. 500 m, zu Fuß: Ich bin leider nicht in meinen 5 Kilometern geblieben! Aber die Vulkanidee war zu gut, um sie wegen eines Kilometers zu verwerfen!

Tag 4: Rauf auf den Berg! Oeynhausen und Umland von oben

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Manchmal reicht es schon, die Perspektive zu wechseln, um etwas in neuem Licht zu sehen. Das habe ich mir zu Herzen genommen und bin auf einen kleinen Berg gestiegen, um die umliegende Landschaft und die Dörfer von oben betrachten zu können (nun ja, ein Bayer würde vermutlich eher von einer kleinen Erhebung sprechen – aber fragt mal die Holländer, die in den Urlaub hierher kommen. Die müssen sich schon wie auf der Alm fühlen!). Das Dorf Oeynhausen liegt in einem kleinen Tal, sodass man von verschiedenen Anhöhen aus (einigen wir uns auf den Begriff, ja?) einen Blick auf dessen Häuser und die Kirchturmspitze werfen kann. Zurückgekommen bin ich nicht nur mit frischer „Bergluft“ in den Lugen, sondern auf mit vielen schönen Fotos von goldgelben Stoppelfeldern und weiter Sicht bis auf den Köterberg bei Höxter.

Dauer: ca. 1 Stunde
Distanz: ca. 2 km, zu Fuß

Tag 5: Der Holsterturm im Abendlicht (oder auch nicht)

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Meine Idee für den letzten Tag war, den Holstertum, eines der Wahrzeichen Nieheims, zu besteigen. Von diesem alten Wehrturm aus, hat meine eine schöne Aussicht auf die Weberstadt. Das Ganze vor dem Hintergrund einer untergehenden Sonne sollte ein bislang für mich unbekanntes Erlebnis werden. Kurz vor der Abenddämmerung brach ich auf, bestieg den alten Turm und … sah nicht viel.

Dauer: ca. 1 Stunde
Distanz: ca. 6 km , Auto + ca. 200 m zu Fuß – auch hier habe ich meine Grenze leicht überschritten!

Mein Urteil

Ich darf mir wohl in Zukunft nicht mehr erlauben zu sagen, dass es in meiner unmittelbaren Umgebung nichts zu unternehmen gibt. Dafür habe ich allein in den letzten paar Tagen zu viel Neues entdeckt. Es hat Spaß gemacht, nach andersartigen Unterhaltungen zu suchen und hat mir die Augen geöffnet, wie weit man mit ein bisschen Inspiration und anders denken kommen kann. Zwar waren alle meine Ausflüge mit bescheidenen Sehenswürdigkeiten verknüpft (vorsichtig ausgedrückt), aber wenn man nicht mit unerfüllbaren Erwartungen an die Sache heran geht, sondern die Dinge, die es zu sehen gibt, schätzen lernt, kann man viel entdecken. Wenn ihr es mir nicht glaubt, probiere es einfach aus!

Allerdings muss ich auch eingestehen, dass der Radius von 5 Kilometern doch ein kleines bisschen eng gesteckt war (und ich habe ihn an zwei Tagen gesprengt). Das mag in einer größeren Stadt anders sein, wo man vielleicht nur eine andere Abbiegung nehmen muss, um etwas Neues zu finden. 5 Kilometer sind auf dem Land auch möglich, aber schon auf 10 Kilometern wäre mir noch einiges mehr eingefallen.

Für meine Lehrstunde, dass es auch direkt vor der eigenen Haustür immer noch etwas Neues zu entdecken und lernen gibt, war der knapp bemessene Rahmen aber vermutlich gerade richtig. Er hat mich gezwungen, am Standard vorbei zu denken. Meine Mutter hat mich nur mit zweifelnden Blick angeschaut, als ich ihr erzählte, dass ich zu den alten Bahngleisen in Himmighausen will. Und dann ist sie ins Auto gestiegen und mit mir hin gefahren!

Wenn man es will, kann man schnell Momente des Ungewöhnlichen und Neuen im Alltag schaffen. Dafür muss man nicht zwangsläufig erst den Reisepass verlängern (auch wenn ich das natürlich auch nicht ausschlagen würde…). Es muss noch nicht mal ein langes Abenteuer sein. Wie ihr oben sehen könnt, war ich selten länger als eine Stunde unterwegs. Aber schon diese kurze Zeit reicht aus, um einen Moment zum Luftholen zu finden, um anschließend erfrischter in den Alltag zurückzukehren. Gleichzeitig lassen sich all diese Ausflüge mit einer Kaffeepause, einem schönen Picknick und längeren Wanderungen an den einzelnen Stationen vorbei auch schnell Tagestouren umwandeln!

In kurz: ihr werdet mich in Zukunft vermutlich weiter in den Nieheimer Feldern und Wiesen umherstreifen sehen.

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